Über Korinth nach Patras

Die letzten Tage auf den Peloponnes waren angebrochen. Nachdem wir in der Region Nafplio eine wunderbare Zeit hatten, ging es wieder Richtung Patras. Wir wollten noch den Kanal von Korinth besuchen. In dieser Region waren anscheinend in letzter Zeit diverse Wohnmobilisten überfallen, ja überfallen und nicht ausgeraubt (ist ja ein Unterschied) worden. Wir selber konnten mit einem aus Österreich auf unserem letzten Platz sprechen. so fuhren wir mit einem etwas mulmigen Gefühl los.

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Wir durchquerten noch den Daumen der Peloponnes und machten beim Theater von Epidauros halt. Bei einer Aussenbesichtigung beschlossen wir, die Ausgrabungsstätten ein anderes mal zu besuchen, da sehr viele Jugendliche (wahrscheinlich zukünftige Historiker) vor den Eingängen warteten.

Weiter ging die Fahrt in das Dörfchen Epidauros. Kaffeehalt war angesagt! Also der Nase nach Richtung Strand und tatsächlich haben wir ein Plätzchen gefunden. Der Inhaber des Restaurants hatte auch noch einen Hofladen und so konnte sich Pia mit Olivenöl eindecken.

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Übrigens, für heute war doch Regen angesagt? Wir sahen jedoch noch nichts davon und genossen unseren Kaffeehalt. Sollen wir jetzt einen Campingplatz in Korinth anfahren, oder wollen wir frei stehen? "Also komm, wir fahren erstmal zum Kanal".

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Es ist also schon sehr beeindruckend, was hier von Menschenhand geschaffen wurde! Wir konnten uns fast nicht satt sehen, Silvio immer mit einem Blick auf den Parkplatz. Was ja schon noch speziell ist, du fährst über eine Brücke und stehts auf einem normalen Parkplatz. Keine Werbung, kein Eintritt. Bei uns unvorstellbar, da würde sicher Eintritt verlangt um sowas zu besichtigen.

In der Ferne sahen wir nun eine riesige Gewitterfront auf uns zukommen. Wir beschlossen einen Campingplatz in Korinth anzusteuern. Aber Hoppla, genau in dem Moment als wir auf den Platz fuhren zog ein gewaltiger Gewittersturm auf. Die Bäumen drohten jeden Moment umzustürzen und wir fuhren auf den Parkplatz eines riesigen Einkaufscenter in der Nähe. Hier fanden wir zwischen den Gebäuden Schutz und konnten so nebenbei mal wieder richtig shoppen gehen.

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Nach der Shoppingtour, es war noch nicht so spät und alles nass, beschlossen wir weiterzufahren. In der Region Diakofto wäre noch eine Besichtigung des Dorfes Kalavrita sehenswert. Nicht nur das Dorf selber, sondern die Bahnfahrt dort hoch soll ja ganz spannend sein. Am Bahnhof angekommen war alles geschlossen, Streik! Hmmm, haben sich jetzt alle Geister gegen uns verschworen, oder ist dies ein Zeichen für einen weiteren Besuch auf den Peloponnes?

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Das Wetter hatte sich in der Zwischenzeit wieder gebessert. Wir machten Halt beim Beach Cafe DE PLO. (GPS N38.224098, E22.1469) Der Betreiber des Cafes hat ca. 30 Stellplätze. Der Platz kostet 10.- Euro pro Nacht und bietet gegen zusätzliches Entgelt Ver- und Entsorgung. Wenn du für 30.- Euro konsumierst ist der Platz gratis. So genossen wir noch ein letztes mal die griechische Küche.

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Nach einer sehr ruhigen Nacht, brach unser letzter Tag auf den Peloponnes an. Das Meer war an diesem Morgen sehr unruhig und immer wieder gingen Regenschauer nieder.
 
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Die Fahrt ging weiter Richtung Patras. Zuerst musste aber bei einer Tankstelle noch das Abblendlicht unseres Womo`s ersetzt werden. Die Brücke von Rio wollten wir noch unbedingt aus der Nähe sehen. Mal schauen ob wir die finden? Quatsch, die siehst du schon von weitem und so fuhren wir direkt darauf zu.

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Auch dieses Bauwerk, sehr eindrücklich! Die Brücke soll anscheinend so gebaut sein, dass sie auch einem grösseren Erdbeben stand halten könnte. Neben der Brücke fahren auch noch Autofähren hin und her, ist günstiger als die Maut über die Brücke.

Silvio hatte noch das Licht kontrolliert und festgestellt, dass die Glühbirne doch nicht so ganz fachmännisch eingebaut wurde. Sie leuchtete ins nirgendwo und es wurde nachgebessert.

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So jetzt aber weiter, die Fähre fährt schon bald (vielleicht)! Zuerst wurde noch ein Obstverkäufer an der Strasse angefahren......

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.....also angefahren um Obst und Gemüse zu kaufen! Orangen und Tomaten wurden gebunkert und Pia hat wahrscheinlich noch heute alle Tage ein bisschen Griechenland auf dem Teller.

Durch Patras kamen wir ziemlich zügig gegen den Fährhafen. Im Hafen war noch nirgends eine Fähre zu sehen und so fuhren wir einfach weiter gegen Westen. Die hatten wegen dem stürmischen Wetter sicher wieder Verspätung. Im nächsten Dorf machten wir wiederum Halt beim Griechen und liessen uns nochmals so richtig verwöhnen.

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Silvio lud sich noch so ein Schiffsverfolgungs App aufs Handy. Unsere Fähre war noch sicher eine Stunde von Patras entfernt. Wir genossen die Zeit bis zuletzt auf den Peloponnes. Gegen 15.00 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Fährhafen, sollte doch um 16.00 Uhr unsere Fähre ablegen.

Das Einschiffen selber ging relativ schnell, hatte aber unsere Fähre sicher zwei Stunden Verspätung. Am Hafen haben wir die erste Beobachtung mit Flüchtlingen gemacht; die versuchen doch tatsächlich unter LKW`s zu gelangen und so auf das Schiff zu kommen. Ist schon wahnsinnig wenn du sowas mit eigenen Augen siehst und es gibt dir zu denken!

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Mit schlussendlich drei Stunden Verspätung hat die Fähre in Patras abgelegt. Die Nacht war sehr ruhig und den nächsten Tag konnte wir an Deck des Schiffes verbringen. Temperaturmässig spürten wir schon den Herbst, aber an der Sonne war es noch richtig angenehm.

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Schon den ganzen Tag hatten wir das Gefühl, die Fähre komme nicht richtig vom Fleck. Der Fahrplan konnte so niemals eingehalten werden und nach unseren Berechnungen hatten wir in der Zwischenzeit ca. 5 Stunden Verspätung. Zu Glück war das Wetter sonnig und die Passagiere von den Ferien noch geflasht.

Als die schon von der Abfahrt eingehandelten drei Stunden Verspätung vorbei waren, Ancona noch überhaupt nicht in Sicht, wurde es unruhiger auf dem Schiff. Die ersten Passagiere begannen sich zu beschweren. Hotels mussten umgebucht werden, Reisende mit dem Zug würden nur noch bis Mailand kommen, usw. Silvio bot einem Reisegast noch Baldrian Tropfen an, da dieser schon zweimal ein Hotel umgebucht hatte; dieser lehnte aber dankend ab. Wie schön haben wir doch unser eigenes Haus dabei!

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Da, endlich Land in Sicht! (tönt schon fast wie Schiffsbrüchige) Die Fähre wurde geleert und wir fuhren mit einer über fünfstündigen Verspätung durch das Autochaos in Ancona. Hey Leute, hier müsst ihrs einfach locker nehmen, ist halt Italien! 

Auch wir mussten unsere Pläne ändern und so fuhren wir noch auf den Stellplatz in Rimini. Hier handelt es sich um einen Parkplatz mit Stellplatzen. Es gibt Ver- und Entsorgung und hat Platz für ca. 20 Wohnmobile. Am Wochenende muss mit etwas Lärm gerechnet werden, da sich direkt nebenan eine Stranddisco befindet. Jetzt aber ab zum Italiener; Tomaten Mozzi und Pizza, auch immer wieder herrlich.

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Ja, ja die Italienische Küche passt uns halt auch schon noch ganz gut. Nach einer ruhigen Nacht (die Partygänger waren wahrscheinlich Sommermüde) und einem feinen italienischen Kaffee am Morgen machten wir uns auf die Heimreise, wo wir am späteren Nachmittag auf unserer Homebase eintrafen.


Unser Fazit zu den Peloponnes

Uns hat die Reise sehr gut gefallen und wir würden es wieder tun. Da wir nur 16 Tage Zeit hatten nahmen wir auf beiden Wegen die Fähre von Ancona. Das nächste mal würden wir wahrscheinlich über den Landweg runter und über Igoumenitsa nach Ancona reisen. Die Fähre ist einfach nur mühsam!

Wir konnten alle Finger bereisen, was wir auch wollten. Bei einem nächsten Besuch werden wir uns die Filetstücke raussuchen. Die Strassen, na ja sind halt zum Teil ein bisschen eng. Vorsicht walten lassen und auf die Äste der Olivenbäume achten. Da wir in der Nachsaison unterwegs waren, hatten wir nirgends Probleme einen Übernachtungsplatz zu finden.

Freistehen; haltet euch einfach an die Regeln! Freistehen ist nicht Camping und nicht auf Diskussionen einlassen. Ihr seit die Gäste und die Griechen sind wirklich sehr Gastfreundlich.

Wir fühlten uns sicher. Die nötige Vorsicht walten lassen und nicht alles zur Schau stellen. Auch wurden wir nirgends von Bettlern oder anderen "Halunken" angegangen. Einzig die Situation am Fährhafen mit den Flüchtlingen gab uns zu denken.

Was uns nicht so gut gefallen hat? Man sieht überall, das den Griechen das Geld fehlt. Bauruinen über Bauruinen. Ebenfalls der Abfall scheint ein Problem zu sein. Sogar wir haben begonnen auf den besuchten Stellplätzen Abfall einzusammeln.

Zuletzt können wir aber festhalten; Wir werden sicher wieder einmal mit dem Wohnmobil die Peloponnes bereisen. Bei uns überwiegen die positiven Punkte bei weitem!

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