Hat unser WoMo Fettsucht?

Alle Jahre wieder befassen wir uns zur Weihnachtszeit mit der Gewichtsfrage? Unzählige Essen stehen an und wir (Menschen) verfallen einer richtigen Fresssucht. Am Neujahrsmorgen dann die Ernüchterung auf der Waage; jetzt muss etwas geschehen!

Ergeht es unseren Wohnmobilen nicht genau gleich? Während des Jahres wird Ballaststoff eingeladen und vielfach auch nicht wieder ausgeladen. Unsere WoMos verfallen der Fettsucht. Nun liest man in letzter Zeit vermehrt, dass es Probleme mit der Gewichtsbeschränkung gibt. So hört man von sarkastischen Strafen und "Ballast", welcher bei einer Kontrolle vor Ort abgeladen werden musste. Hat man die Schwiegermutter dabei, könnte man auf diese noch verzichten, nicht aber auf unsere geliebten Sachen, welche unbedingt mit in den Urlaub müssen.

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Endlich geht es in Urlaub, aber wir haben schon Stress beim packen. Musst du soviele Kleider mitnehmen? Braucht es soviele Esswaren und Bier? Müssen alle drei Velos mit? Ah, die zwei Stand Ups müssen auch noch mit? Und ja nicht die Liegestühle vergessen! Noch Wasser in den Tank, Diesel und Gasflaschen auffüllen und ab auf die Waage. Puh, schon wieder zu schwer; also Wasser aus dem Tank und den Dieseltank mal halb leerfahren. 1 Gasflasche wird ausgebaut, kann ja bei Bedarf unterwegs ausgetauscht werden. Jetzt aber los es wird schon bald dunkel.

Nach drei Stunden Fahrt entdeckt man einen schönen (Stell)platz, jedoch ohne Ver- und Entsorgung. Schnell die Sat Schüssel ausfahren, Sportschau will ja nicht verpasst werden und nach einer Dusche möchte man gerne noch etwas kochen. Aber Halt, geht ja gar nicht; wir haben kein Wasser und wahrscheinlich nicht genügend Gas, da in der Nacht noch geheizt werden sollte. Und nun schon wieder Stress. Fahren wir halt auf den nächsten Campingplatz.

Auch wir haben uns mit diesem Dauerthema befasst und haben den Entschluss gefasst unser WoMo aufzulasten.

Ist aber schneller gesagt als getan. Einige Dinge müssen schon mal vorabgeklärt werden. Von 3500kg bis 3850kg kann ein Wohnmobil im Normalfall ohne viel Aufwand aufgelastet werden. Zu beachten sind die Achslasten gemäss Fahrzeugausweis. In der Regel betragen diese 1950kg vorne und 2000kg hinten. Bei 3500kg ist die Hinterachse jedoch bei den meisten Fahrzeugen schon fast mit 2000kg belastet (grosse Heckgarage oder Velos auf dem Heckträger). Somit müsste man das aufgelastete Gewicht im vorderen Teil des Wohnmobils verstauen.

Wir haben eine Luftfederung bei der Hinterachse eingebaut. Dadurch haben wir nicht nur einen komfortableren Fahrkomfort, sondern wir können auch noch das Heck um ca. 6cm anheben was eine Auffahrt auf eine Fähre doch wesentlich entspannter macht. Mit dieser Federung alleine ist eine weitere Auflastung jedoch noch nicht möglich. Als nächstes sind die Reifen an der Reihe. Die normale Bereifung reicht nicht aus, da der Lastindex zu klein ist. So haben wir gleich mal 18 Zoll Felgen und Reifen montiert. Diese Bereifung muss nur noch mit ca. 3 Bar gepumpt werden. Auch dies führt nochmals zu einer wesentlichen Verbesserung des Fahrkomforts.

Als nächstes könnte auch noch die vordere Federung verbessert werden. Wir haben darauf verzichtet. Mit diesem Umbau können wir unser WoMo nun auf 4000kg auflasten und die Hinterachse kann mit 2250kg belastet werden, was doch schon ganz toll ist.

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Nun muss noch ein 6kg Feuerlöscher und ein Radkeil an Bord. Danach gehts zur Motorfahrzeugkontrolle. Aber Halt, unser WoMo wird ja nun ein schwerer Motorwagen. Was bedeutet dies in der Schweiz und ebenfalls auch in vielen Nachbarländern?

Wir müssen Schwerverkehrsabgabe bezahlen, brauchen dafür aber keine Vignette mehr. Bis 7500kg beträgt diese pauschal Fr. 650.- pro Jahr. Für jeden Tag, welcher das Wohnmobil im Ausland bewegt wird kann eine Rückforderung von ca. Fr. 1.80 geltend gemacht werden.

Ebenfalls muss die Versicherung geändert werden. Bitte unbedingt Rücksprache nehmen, denn die Motorfahrzeugkontrolle braucht einen neuen Versicherungsnachweis.

Das Wohnmobil muss jedes Jahr beim Strassenverkehrsamt vorgeführt werden. Dies kann jedoch auch ein Vorteil sein, da mögliche Mängel eher erkannt werden.

Und das wichtigste; es braucht mindestens den Führerausweis Kategorie C1 bis 7500kg. Diesen zu erlangen braucht nochmals Zeit und ca. Fr. 2000.-.

Viele fragen sich sicher, für was solch ein Riesen Aufwand? Haben wir uns auch gefragt. Man reist einfach entspannter, kann autark stehen und Wasser mitnehmen. Die Ferien beginnen nicht schon mit Stress und es gibt auch keinen Stress unterwegs, da vermehrt gezielt Wohnmobile auf die Waagen der Polizei "begleitet" werden.

Denn das Thema Fettsucht ist nicht nur unter uns Wohnmobilisten bekannt!

Über das Erlangen des Führerausweises der Kat. C1 werden wir euch in einem späteren Blogeintrag informieren und in diesem Sinne moin, moin.